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Wir würden heute nicht in den Genuss der "Klapphornverse"' kommen, hätte ein Redakteur der Zeitschrift "Fliegende Blätter" nicht erkannt, was für ein "literarisches Kleinod" auf seinem Schreibtisch gelandet war: Der Göttinger Notar Friedrich Daniel hatte ein von ihm selbst verfasstes Gedicht, das durchaus ernst gemeint und von dessen literarischer Qualität er überzeugt war, an die Redaktion geschickt und um Veröffentlichung gebeten. Das Gedicht trug den vielversprechenden Titel "Idylle": Zwei Knaben gingen durch das Korn,/der andere blies das Klappenhorn./Er konnt' es zwar nicht ordentlich blasen,/Doch blies er's wenigstens einigermaßen.
Von der unfreiwilligen Komik dieses Meisterwerks begeistert, sorgte der Redakteur dafür, dass es abgedruckt wurde. Was er damit bei seinen Lesern auslöste, konnte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen. Körbeweise landeten Postkarten und Briefe mit "Klapphornversen" auf seinem Schreibtisch, von denen viele in den "Fliegenden Blättern" veröffentlicht wurden.

 

 

Twee Blagen, de molken maol 'ne Koh,
de eene was to daor daoto,
de annere auk, de was nämlick
to't Melken viël to dämlick.

Twee Blagen, de wullen Bickbiärn plücken,
dao faoll de eene up'n Rüggen,
De annere raip to em: "Wat?
Du söchs wull de Bickbiärn met't Gatt!"

Twee Knaben gongen düör de Stadt,
de iärste hüngrig, de twedde satt.
Dao sagg de twedde to'n iärsten:
Ick sin so satt, dat ick glaiw, ick moss biärsten.

Twee Blagen, de molken - strippstrappstrull -
in'n Stall en heelen Emmer vull.
Dao dreihde de Koh sick harüm
un smeet iähr den Emmer butz üm.

Twee Blagen, de swömmen in en Diek,
de eene twiärs, de annere liek.
Dao kamm en Hecht, en heel aollen,
de beet den annern in'n Baollen.

Twee Blagen flaugen nao Engelland,
de Spraoke, de häbt se beide nich kannt.
"De segget hier Waoter plaß Water,
wat is dat för'n däösig Gequater?!"

Twee Blagen sittet an'n Swimmingpool,
de eene hät en wahne graut Muul,
den annern stört dat Gequater,
drüm smitt he den eenen in't Water.

Twee Blagen spiëlden in'n Haupen Hei,
wat was et en Raosen, wat was't en Buhei.
Se spiëlden wull männige Stunnen,
en Schrei, un de Naodel was funnen.

Twee Blagen satten an Middagsdisk,
et gaff Kartuffeln un braoden Fisk.
De eene att gau äs so'n Döppken,
den annern bleef Stiärt bloß un Köppken.

Twee Blagen flaugen äs up de Maon',
den eene sagg: "Hier giff't wat to doon!"
De annere raip: "Wat di inbells?!
Hier giff et jä nich äs Mac Donalds!"

In't Gräs, dao satten twee Pielewüörm,
de eene wietweg, de annere vüörn,
dao sagg de van vüörn to'm Wietweggen:
"Wi willt in de Midde us leggen."

Twee Fernsehstars, de kreegen en Pries,
de eene was daor un de ann're nich wies,
se hongen den Pries sick dann üm,
un wussen nich eenmaol waorüm.

Twee Fraulü wäören wahne twiärs,
de eene heet Hilton, de annere Spears,
de konnen sick ennig nich wäern,
we de daorste wull wäör up Äern.

Twee Moderatoren up't Kanapee,
et wäören Reinhold un Johannes B.,
de glöffen beide wahn feste:
Ick sin de Allerbeste!

Twee Flaigen satten 'ne Koh up't Häörn,
de eene ächten, de annere vüörn.
De Koh wull de gar nix van wiëtten,
un hät iähr van ächten wat schiëtten.

Twee Kögge stonnen wull vüör 'ne Müüer,
de eene wackelde met dat Nüer,
de annere draihde sick faaken,
ick glaif, de wull'n Buotter sick maaken.

 

   
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